Mit einem Festakt hat der Schmalkalder CDU-Ortsverband mit Recklinghäuser Parteifreunden das 25-jährige Jubiläum der deutschen Einheit gewürdigt. Grund für die späte Nachfeier waren Terminüberschneidungen.

Von Erik Hande
Schmalkalden – Eine Zeitungsmeldung vom 18. September 1988 hatte Bernd Gellert hervorgekramt. Darin wird berichtet, dass die Stadt Recklinghausen Schmalkalden als Partnerstadt bekomme. Das einstige Folklore-Festival habe die Thüringer wohl als Pendant für die Stadt mit den Ruhr-Festspielen qualifiziert, erinnerte
der frühere CDU-Bürgermeister an den Anfang der Städte- und CDU-Partnerschaft. Damals ahnte aber keiner, so Gellert, welchen ereignisreichen Tagen man gemeinsam entgegengehen sollte.

Noch liefen die Kontakte über die Ständige Vertretung der DDR in Bonn. Auf Schmalkalder Seite brachten sich die Christdemokraten, Kirchengemeinde und Vertreter des Krankenhauses in die Partnerschaft ein. Im September 1989 weilte man unter Leitung des damaligen Bürgermeisters Klaus Schubert erstmals offiziell mit einer Delegation in Recklinghausen. Der Gegenbesuch folgte kurz darauf Anfang Dezember. In dem Zusammenhang erinnerte Gellert an die gerade erfolgte Erstürmung der
Stasi-Zentrale in der Gartenstraße. Bei der gelang es dank kirchlicher Vertreter, die Situation unter Kontrolle zu behalten. „Es gab nicht viele Stasi-Standorte, die so schnell den Besitzer wechselten“, sagte Gellert. Die Schmalkalder Christdemokraten hätten daran mitgewirkt, dieses Regime in der Region zu entmachten.

Mit dem Prozess zur deutschen Wiedervereinigung kam auf die Stadt und ihre Bürger eine unglaubliche Welle der Hilfsbereitschaft aus Recklinghausen zu.
Über den ersten frei gewählten Bürgermeister und Christdemokraten Herbert Johannes sei alles koordiniert worden. Auch die Verwaltung bekam Hilfe, am 1. September 1991 begann eine „Studienklasse Ost“ in Recklinghausen bundesdeutsches Verwaltungsrecht zu lernen. Hans-Jürgen Reich und einige Mitarbeiter
aus dem Rathaus hätten daran teilgenommen.

Mit der Neuwahl des Bürgermeisters 1994 sei er ins Spiel gekommen, so Gellert. Die Euphorie der ersten Stunde sei da dem Alltag schon ein wenig gewichen. „Aber wir Christdemokraten haben es immer verstanden, Kontakt zu halten und uns gegenseitig zu helfen“, berichtete er.

Einen Blick auf die Geschichte warf auch Schmalkaldens CDU-Vorsitzender Ralf Liebaug. „Anders als andere haben wir in der Union immer an die deutsche Einheit geglaubt“, sagte er. Beim Aufbau einer modernen Stadt und einer funktionierenden Verwaltung hätte man stets Hilfe aus Recklinghausen bekommen.

Nun ganz andere Themen
Inzwischen stünden Themen wie die Gebietsreform und die Flüchtlingsproblematik auf der Agenda. Ideologische Projekte derrot-rot-grünen Thüringer Landesregierung wie der Winterabschiebestopp oder versteckte Steuererhöhungen, wie der geplante Wasser-Cent und die Forderung zur Anhebung kommunaler
Steuern disqualifizierten das Kabinett von Ministerpräsident Ramelow in der politischen Praxis, merkte Liebaug an. Die Christdemokraten böten „eine Regierung im Wartestand“ an, welche künftig die bessere Alternative zu Rot-Rot-Grün wäre.

„Diese ideologisch getriebene Regierung gilt es zu hinterfragen und uns als bessere Alternative anzubieten“, benannte Liebaug die Herausforderung für die nächsten Jahre. Ulrich Hempel, der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion im Stadtrat Recklinghausen, erinnerte in seinem Grußwort an die Anfänge der Partnerschaft. Gemeinsam mit den CDU-StadträtenSandra Swat, Helga Schuhmann-Wessolek sowie Horst Bachmajer und dessen Ehefrau Anne war er am Samstag nach Schmalkalden gekommen. Schon am Nachmittag hatten sie die Ausstellung „Fatale Lust“ im Schloss Wilhelmsburg besichtigt.

Am Abend gab es im Hotel „Ehrental“ den Festempfang. Zu diesem waren auch CDU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Michael Heym sowie CDU-Bürgermeister
und Parteifreunde aus Nachbarorten gekommen. Dem offiziellen Teil schloss sich ein gemütliches Beisammensein samt Diskussion über die aktuelle Politik sowie ein Bowlingabend an. Am gestrigen Sonntagvormittag unternahmen die Christdemokraten unter Leitung von Ralf Liebaug einen Stadtrundgang durch Schmalkalden.

Quelle: Südthüringer Zeitung/Freies Wort 18.01.2016, Text: Erik Hande