Das Kolumbarium als alternative Bestattungsform

Urnenbestattungen erfreuen sich in den letzten Jahren wachsender Beliebtheit und sind mit 70 Prozent deutschlandweit heute die Hauptbestattungsform. Kolumbariensysteme für den Innen- und Außenbereich eignen sich als zeitgemäße und pflegeleichte Alternative zu klassischen Erdbestattungen.

Die Vorteile liegen auf der Hand. Die Kosten sind in der Regel weitaus geringer als bei der klassischen Grabbestattung. Bei einer Beisetzung in einer Urnenwand oder einem Kolumbarium entfällt neben den Kosten für den Grabstein auch die Grabpflege. Dies ist vor allem aufgrund der zunehmend fehlenden familiären Struktur sowie der Mobilität der Angehörigen ein wichtiges Argument. Laut einer Studie gibt außerdem jeder Zweite über 60-Jährige an, seine Angehörigen sollten nach seinem Tod nicht mit der Pflege eines Grabes belastet werden. Städte und Gemeinden sollten den aktuellen Wandel in der Bestattungskultur ernst nehmen und den Bürgern ein breites Angebot mit allen Bestattungsmöglichkeiten bieten.

Der CDU Stadtverband hatte dazu am gestrigen Dienstag die Experten Joachim und Florian Venino eingeladen, um in einem Impulsvortrag über den aktuellen Wandel und das Konzept eines Kolumbariums von der Planung, über die Finanzierung bis hin zur Umsetzung, am Beispiel zweier von Ihnen umgesetzter großer Kolumbarien, zu informieren. Besonders beeindruckten dabei die mitgebrachten Beispiele der Urnenfächer in den verschiedenen Materialen und Optiken, von Messing bis Sandstein, von Holz bis Marmor mit LED Beleuchtung.

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Im Anschluss nutzten die anwesenden 20 Gäste die Möglichkeit für individuelle Fragen an die Experten und eine offene Diskussion zum Thema mit den anwesenden Kommunalpolitikern. Im Laufe der Diskussion brachte man aus den Reihen der Gäste immer wieder zum Ausdruck, dass man die Totenhofkirche für den geeigneten Ort zur Unterbringung eines Kolumbariums hält. Es ist eine pietätvolle Nutzung besonders ehemaliger kirchlicher Gebäude. Aus diesem Grund brachten die Anwesenden im Laufe der Diskussion immer wieder zum Ausdruck, dass man die Totenhofkirche für den geeigneten Ort zur Unterbringung eines Kolumbariums hält, die eine derartige Nutzung der Würde des Gebäudes entspricht, die Einbindung der wertvollen Epitaphien in das Konzept ermöglicht und die verkehrstechnische Anbindung besonders günstig ist.

Den Ausführungen der Experten war zu entnehmen, dass sich der finanzielle Aufwand für die Einrichtung eines Kolumbariums im Hinblick auf eine spätere Nutzung sehr wirtschaftlich gestaltet und sich die Belastung für die Stadtkasse daher gering halten wird, insbesondere wenn man dafür einen privaten Betreiber gewinnen kann.

Als Fazit der Informationsveranstaltung verständigte man sich darauf, die Einrichtung eines Kolumbariums in Schmalkalden weiter unterstützen zu wollen. Aus den Reihen der Anwesenden trug man, unter großer Zustimmung, die Bitte vor, dabei unbedingt die Totenhofkirche als möglichen Ort der Unterbringung in den Blick zu nehmen.