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23. März 2016

Aktueller Wandel in der Bestattungskultur

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Das Kolumbarium als alternative Bestattungsform
Urnenbestattungen erfreuen sich in den letzten Jahren wachsender Beliebtheit und sind mit 70 Prozent deutschlandweit heute die Hauptbestattungsform. Kolumbariensysteme für den Innen- und Außenbereich eignen sich als zeitgemäße und pflegeleichte Alternative zu klassischen Erdbestattungen.
Die Vorteile liegen auf der Hand. Die Kosten sind in der Regel weitaus geringer als bei der klassischen Grabbestattung. Bei einer Beisetzung in einer Urnenwand oder einem Kolumbarium entfällt neben den Kosten für den Grabstein auch die Grabpflege. Dies ist vor allem aufgrund der zunehmend fehlenden familiären Struktur sowie der Mobilität der Angehörigen ein wichtiges Argument. Laut einer Studie gibt außerdem jeder Zweite über 60-Jährige an, seine Angehörigen sollten nach seinem Tod nicht mit der Pflege eines Grabes belastet werden. Städte und Gemeinden sollten den aktuellen Wandel in der Bestattungskultur ernst nehmen und den Bürgern ein breites Angebot mit allen Bestattungsmöglichkeiten bieten.
Der CDU Stadtverband hatte dazu am gestrigen Dienstag die Experten Joachim und Florian Venino eingeladen, um in einem Impulsvortrag über den aktuellen Wandel und das Konzept eines Kolumbariums von der Planung, über die Finanzierung bis hin zur Umsetzung, am Beispiel zweier von Ihnen umgesetzter großer Kolumbarien, zu informieren. Besonders beeindruckten dabei die mitgebrachten Beispiele der Urnenfächer in den verschiedenen Materialen und Optiken, von Messing bis Sandstein, von Holz bis Marmor mit LED Beleuchtung.

Im Anschluss nutzten die anwesenden 20 Gäste die Möglichkeit für individuelle Fragen an die Experten und eine offene Diskussion zum Thema mit den anwesenden Kommunalpolitikern. Im Laufe der Diskussion brachte man aus den Reihen der Gäste immer wieder zum Ausdruck, dass man die Totenhofkirche für den geeigneten Ort zur Unterbringung eines Kolumbariums hält. Es ist eine pietätvolle Nutzung besonders ehemaliger kirchlicher Gebäude. Aus diesem Grund brachten die Anwesenden im Laufe der Diskussion immer wieder zum Ausdruck, dass man die Totenhofkirche für den geeigneten Ort zur Unterbringung eines Kolumbariums hält, die eine derartige Nutzung der Würde des Gebäudes entspricht, die Einbindung der wertvollen Epitaphien in das Konzept ermöglicht und die verkehrstechnische Anbindung besonders günstig ist.
Den Ausführungen der Experten war zu entnehmen, dass sich der finanzielle Aufwand für die Einrichtung eines Kolumbariums im Hinblick auf eine spätere Nutzung sehr wirtschaftlich gestaltet und sich die Belastung für die Stadtkasse daher gering halten wird, insbesondere wenn man dafür einen privaten Betreiber gewinnen kann.
Als Fazit der Informationsveranstaltung verständigte man sich darauf, die Einrichtung eines Kolumbariums in Schmalkalden weiter unterstützen zu wollen. Aus den Reihen der Anwesenden trug man, unter großer Zustimmung, die Bitte vor, dabei unbedingt die Totenhofkirche als möglichen Ort der Unterbringung in den Blick zu nehmen.

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3. März 2016

Christdemokraten wollen sich das Schulnetz vorknöpfen

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Christdemokraten aus dem Raum Schmalkalden haben bei einem Polit-Frühstück in Brotterode die aktuelle Lage sondiert. Sie können sich einen Schulneubau in der Bergstadt vorstellen und sehen die Gebietsreform skeptisch.
Quelle: Südthüringer Zeitung / Freies Wort vom 1. März 2016 – Text: Thomas Heigl / Foto: fotoart-af.de
Brotterode-Trusetal – Dass es in Brotterode-Trusetal in den nächsten Jahren Klassenkampf gegeben könnte, hat nichts mit dem mehr oder weniger zufälligen Zusammentreffen von CDU und SPD am Sonntag im selben Brotteroder Hotel zu tun. Die Kommunalpolitiker waren alles andere als auf Krawall gebürstet und kamen sogar mal auf eine Stippvisite zur Konkurrenz. Den Kampf dürfte es vielmehr um die Gemeinschaftsschule Trusetal geben. Die hat nämlich kaum 200 und damit deutlich weniger Schüler, als es sich Thüringens Kultusministerin Birgit Klaubert von der Linkspartei vorstellt und würde das Klassenziel klar verfehlen. „Die würde in Frage stehen“, sagte Christina Liebetrau, Rotteroder Bürgermeisterin und Landtagsabgeordnete. Bildungsdefizite sehen die CDU-Vertreter aber auch im Kreis. Dass der Bildungsausschuss fast ein Jahr nicht mehr in klassischer Form getagt habe, sei nicht akzeptabel.
Das Schulnetz, mit den Jahren erschlafft, müsse dringend gestrafft werden. Man könne nicht bis 2018 warten. Ralf Liebaug aus Schmalkalden merkte an, es gebe aber auch Schnittpunkte mit Nachbarkreisen, die gerade wegen der Gebietsreform berücksichtigt werden müssten. Kritisch sehen die CDU-Vertreter private Schulen, die Schutznetze beschädigen können. Jede neue Schule wirke sich auf das Gesamtsystem aus, da sie ihre Schüler nicht mitbrächten. Beim neuen Schulnetz plädiert die CDU allerdings für Augenmaß. Der Grundsatz: „Kurze Wege für kurze Beine“ gälte, auch wenn man den Kindern Fahrzeiten nicht immer ersparen könne. Der Kreis habe mit der Schließung der Grundschule Trusetal die Grundschule in Brotterode gesichert, sagte Bürgermeister Karl Koch, einst Kreistagsmitglied, der an der Runde teilnahm. Und die Grundschule in Brotterode müsse bleiben. Die CDU-Vertreter sehen das ebenso und würden sogar einen Schulneubau durchpauken. Die Schulleiterin, so Liebetrau, würde auch dieser Variante gegenüber einer Sanierung den Vorrang geben. Der beste Standort wäre aus Sicht der Sonntagsrunde nahe der Sporthalle und dem Inselbergbad, das auch davon profitiere. Man könne ja die Wärme aus der Heizung nutzen und so besser wirtschaften. Die Kinder hätten kürzere Wege zu Sporthalle und Bad. „Und eine Schule baut man mindestens für 30 Jahre.“ Die denkmalgeschützte Schule könne man beispielsweise als Wohnsitz für ältere Bürger nutzen. „Es gibt Redebedarf“, so Liebaug, der in der Debatte um die Gebietsreform auf die Argumente des Landes konterte: „Ich bin da nahe beim früheren Floh-Seligenthaler Bürgermeister Peter Fräbel. Es gibt eine kritische Größe. Darüber und darunter wird es unwirtschaftlich.“ Und dass Kommunen nach Eingemeindungen das Satzungsrecht der Städte übernehmen müssten, etwa mit hohen Kindergartenbeiträgen, halte er für falsch.

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25. Februar 2016

Fachkräftesituation spitzt sich zu

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Der CDU-Stadtverband hatte das richtige Thema getroffen. Zur Diskussion über den wachsenden Fachkräftemangel kamen 20 Gäste. Schule, Wirtschaft und Politik sollen sich des Problems stärker annehmen, so das Fazit.
Quelle: Südthüringer Zeitung / Freies Wort vom 20. Februar 2016 – Foto/Text: Erik Hande
Schmalkalden – Längst sind Klagen darüber, dass nicht genügend Fachkräfte verfügbar sind, Alltag in heimischen Betrieben. Die Personalnot werde aber noch größer, schilderte Andreas Trautvetter in seinem einleitenden Vortrag. Im Landkreis lebten Ende 2014 rund 32 700 Menschen im Alter von 50 bis 65 Jahren. Doch der Nachwuchs, der ihnen einmal in den Betrieben folgen soll, zählt im Alter von 0 bis 15 Jahren nicht einmal halb so viel, sondern nur 14 100 Kinder und Jugendliche.
„Es ist also jetzt schon absehbar, dass wir die frei werdenden Arbeitsplätze nicht ohne Zuwanderung besetzen können“, sagte der frühere Thüringer Innen-, Finanz- und Verkehrsminister. Die Studie habe er vor knapp zwei Jahren begonnen, als die Flüchtlingskrise noch kein Thema war. Daher beziehe er sich bei Zuzug auf Menschen aus strukturschwächeren Regionen mit höherer Arbeitslosigkeit, betonte Trautvetter. Doch für einen Zuzug müsse die Region attraktiver werden und vor allem geschlossener um Fachkräfte werben. Zugleich gelte es, einen Teil der zehn Prozent Schüler, welche die Schule ohne Abschluss verlassen, soweit zu bringen, dass sie doch eine Berufsausbildung absolvieren können, nannte Trautvetter weiteres Potenzial. Allerdings würden diese Anstrengungen nicht ausreichen. Es brauche auch der Pendler, um die Wirtschaftsregion mit Fachkräften zu stärken. Deren Rückkehr stünde aber meist das wesentlich niedrigere Lohnniveau im Weg. Zustimmung, aber auch Korrekturen, gab es zu dem Vortrag in der Runde im Aktiv & Vital Hotel in der Notstraße. Es gelte, nicht mehr nur touristische Werbung für die Region zu betreiben. Vielmehr müsse diese dringend ganzheitlich um die Werbung von Arbeitskräften ergänzt werden, warb CDU-Stadtverbandsvorsitzender Ralf Liebaug um Anpassung. Der Tourismus bringe vielleicht zehn Prozent der Wirtschaftskraft, die anderen 90 Prozent kämen vornehmlich aus Industrie, Gewerbe, Handwerk und Handel. Und das seien genau die Bereiche, wo dringend Fachkräfte benötigt werden. Er habe sich mal eine Karte angeschaut, schilderte der Möckerser Thomas Schöneburg, in der dargestellt wurde, wie lange ein Beschäftigter arbeiten muss, um sich in seiner Region ein Haus kaufen zu können. Demnach würden Städte wie München und andere Pendlerziele schlecht aussehen. Daher solle man bei der Suche nach Fachkräften auf solche praktischen Argumente setzen. Denn die Region Schmalkalden schneide dabei ganz gut ab. Weiter sprachen mehrere Teilnehmer der Runde dazu, dass es wichtig sei, Kindern und Jugendlichen früher Einblicke in Firmen zu gewähren. Nur so könne der Nachwuchs den Arbeitsalltag realistisch verstehen lernen. Wenig schmeichelhaft kam das deutsche und Thüringer Bildungssystem weg, dessen Ineffizienz mehrfach kritisiert wurde. Schüler hätten nachweisbar immer weniger Kenntnisse, wussten Ausbilder. Künftige Auszubildende müssten Hammer, Bohrer, Zange viel eher – und nicht erst in den wenigen verbliebenen Lehrwerkstätten – kennenlernen.
„Es ist also jetzt schon absehbar, dass wir die frei werdenden Arbeitsplätze nicht ohne Zuwanderung besetzen können.“
Andreas Trautvetter
Ebenso gelte es, der Meinung entgegenzutreten, dass Berufe in der Metall- oder Kunststoffbranche nur solche mit „dreckigen Händen“ seien. Dann würde sich mancher vom Abiturziel verabschieden und lieber von Beginn an eine gewerbliche Ausbildung anstreben. Sigold Müller, der Leiter des Berufsbildungszentrums, hielt ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, Jugendlichen ein realistisches Bild von der Wirtschaft zu geben. Es gebe aber auch durch Betriebe verursachte Probleme. So sei es schwierig, Praktikaplätze für die Schüler, zum Beispiel für das Berufsvorbereitungsjahr, zu finden. Firmenchefs müssten stärker begreifen, dass sie sich ihren Nachwuchs sichern müssen. „Die Zusammenarbeit mit Schulen muss viel enger werden“, betonte er außerdem. Die Schmalkalder Berufsmesse fand bei ihm durchaus Anklang, aber „kein Handwerker habe Zeit, sich da anderthalb Tage hinzustellen“. Auch sei es nicht ureigenster Sinn, dass am ersten Vormittag der Berufsmesse die Gymnasiasten durchs Karree fegen und an den Ständen Ausschau nach Werbeartikeln halten. Echt nachgefragt seien bei der Messe ohnehin nur die Stände der Geldinstitute, Verwaltungen und ähnlicher Unternehmen. Die aber hätten geringere Nachwuchssorgen.
Nachdem Teilnehmer der Runde Erfahrungen zur Fachkräftesicherung aus anderen Regionen geschildert hatten, war man sich beim CDU-Stammtisch am Donnerstag einig, dass man in Schmalkalden enger zusammenrücken müsse, um das Problem zu klären. Er wolle den Vorschlag unterbreiten, zum nächsten „Unternehmerfrühstück“ Vertreter aus Betrieben, Kommunen und Schulen an einen Tisch zu holen und Lösungen zu suchen. Wer heute auf Flüchtlinge als Fachkräfte zähle, der dürfe seine Vorstellungen korrigieren, ergänzte Andreas Trautvetter. Die bräuchten laut verschiedenen Studien fünf bis sieben Jahre, ehe sie in die heimische Wirtschaft integriert werden könnten.

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